Fünf Erfahrungen vom curricularen Lernen

Curriculares Lernen: Menschen mit unterschiedlichen Professionen aus unterschiedlichen Unternehmen treffen sich in fünf oder sechs Modulen zur Weiterbildung und gehen gemeinsamen einen intensiven Lernweg. Wir haben es in unseren Weiterbildungen erfahren, jetzt bieten wir selbst ein “Curriculum Werteorientiertes Management“ an : Curriculares Lernen wirkt intensiver als die Teilnahme an einzelnen Seminaren – und wirkt möglicherweise schneller als das Lernen vor Ort am Arbeitsplatz. Woran das liegt?

Fünf Einsichten aus vielen Erfahrungsberichten:

Erstens: Das Curriculum gibt dem praxisbezogenen Lernen eine Struktur. Die Teilnehmenden lassen sich auf einen vorgegebene Rhythmus ein. Nicht wenn ich will, wird gelernt, sondern wenn das nächste Modul dran ist, auch wenn andere Punkte dann dringlicher zu sein scheinen. Wie im Projektmanagement auch: Die terminierten Meilensteine geben eine Struktur, die dazu bringen und zwingen, gegen aktuelle Dringlichkeiten sich den Themen wieder zu stellen. Diese Unterbrechungsstruktur hat positive Effekte für die Themen und den Alltag, weil sich beides vernetzt, Dringendes und Hilfreiches, weil Anforderungen und -regungen dicht aufeinander bezogen sind.

Zweitens: Lernen in den Zwischenräumen. Sicher: Die Trainerinnen und Trainer liefern Inputs, Methoden und Rahmen. Sicher: Sie stellen sich als Modelle zur Verfügung, an denen Teilnehmende sich abarbeiten können. Darüber hinaus allerdings stellen sich wesentliche Erkenntnisse in der Auseinandersetzung mit anderen Teilnehmenden ein, in den Kleingruppen, Pausen und am Abend. Beim Kompaktseminar ist eher zufällig, was da geschieht. Beim Curriculum entsteht systematisch gefördert durch Trainerinnen und Trainer eine Lern- und Gruppenkultur, die in dieser Offenheit und Tiefe vor Ort nie möglich wäre.

Drittens: Lernen am Beispiel. Die Teilnehmenden wenden die Modelle und Methoden auf die Herausforderungen an, mit denen sie sich im Alltag ohnedies herumschlagen. Dies nicht nur einmal, sondern im Laufe des Curriculums immer wieder. Sie lernen für ihr eigenes Thema und an den Themen der anderen. Fragmentarisch und fokussiert reifen die Themen mit ihnen von Baustein und Baustein. Eine seltene Chance, eigene anspruchsvolle Aufgaben gut zu reflektieren und systematisch nachzuverfolgen.

Viertens: Die Peergruppe. Teilnehmende aus Curricula treffen sich oft Jahre später immer noch, das ist auch unsere eigene Erfahrung. Weswegen? Selten ist einem jemand so nah und doch so fern wie ein Kollege, eine Kollegin aus einem Curriculum: Ähnliche Profession, ähnliche Herausforderungen in der Organisation, schnelles Verstehen und Andocken – und doch woanders tätig, gut entfernt, um sich weit öffnen zu können. Dazu infiziert mit den gleichen Modellen und Haltungen, die unterstützen, die Nachtreffen nicht zum Plauderstündchen verkommen zu lassen, sondern zur professionellen und wirksamen wechselseitigen Beratung zu nutzen.

Fünftens: Langer Atem für Veränderung. In Curricula wird didaktisch eingeübt, was Veränderungsprozesse kennzeichnet, zumal werteorientierte Orga- und Kulturveränderungen: Nach ein, zwei Monaten ist da nicht viel zu sehen, die Samen stecken in der Erde. Nach einem halben Jahr aber werden Veränderungen sichtbar, bei den Themen und ihren Menschen, unerwartet, manchmal zäher, oft schneller als gedacht. Im Curriculum lernt man am eigenen Beispiel, dass zur werteorientierten Veränderung beides gehört: Gelassene Geduld – und konsequentes Dranbleiben.

Mehr zu unserem Curriculum finden Sie hier.

Neuen Kommentar schreiben

Full HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.